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Tageskommentar


Euro/Dollar - 03.12.08 09:37

EUR/USD konnte nach einem schwachen Start gen Norden drehen und legte in der Spitze auf 1,2768 zu, nachdem die Aktienmärkte ihre anfänglichen Verluste kompensierten und sogar deutlich ins Plus drehten. Ebenfalls unterstützend für den Richtungswechsel des Währungspaars waren die EU-Erzeugerpreise, die im Oktober nur noch um 6,3% im Jahresvergleich gestiegen sind (Vormonat +7,9%) und der Europäischen Zentralbank damit Raum für einen großen Zinssenkungsschritt am Donnerstag geben.


EUR/USD pendelt am Mittwochmorgen um die 1,27er-Marke und bewegt sich damit in der Mitte der seit Wochen bestehenden groben Handelsspanne zwischen 1,2400 und 1,3100. Mit einem gestrigen Tageshoch von 1,2768 gelang der Sprung über den Widerstandsbereich bei 1,2800-20 nicht. Solange dies so bleibt, liegt weiterhin die Unterseite der genannten Range im Fokus, wobei im weiteren Wochenverlauf ein Test der 1,2420 anstehen könnte. Auf die nächsten Unterstützungen trifft EUR/USD bei 1,2650, 1,2565 und 1,2500. Widerstände lassen sich bei 1,2765, 1,2800-20 und 1,2850 lokalisieren.



Aus der Eurozone wird um 9:00 Uhr UTC der revidierte Dienstleistungsindex für die Eurozone im November bekannt gegeben (Konsens wie bereits gemeldet 43,3 Punkte). Um 10:00 Uhr UTC folgen die Einzelhandelsumsätze im Oktober (erwartet -1,5% nach -1,6%). Aus den USA kommt um 13:15 Uhr UTC der ADP-Report für November, der Auskunft über Stellenauf- oder -abbau im Privatsektor gibt (Konsens -200.000 nach -157.000). Um 15:00 Uhr UTC steht der ISM Services für November auf dem Programm (erwartet 42,0 nach 44,4 Punkten). Den Tag beschließt um 19:00 Uhr UTC das Beige Book, der aktuelle Konjunkturbericht der US-Notenbank.


Fazit: EUR/USD hat im Zuge der Erholung an den internationalen Aktienmärkten bis 1,2768 in der Spitze zugelegt. Nach den gestrigen Gewinnen starten die europäischen Aktienmärkte am Mittwoch jedoch bereits wieder mit Abschlägen in den Handel. EUR-belastend dürften auch die zahlreichen anstehenden heutigen Wirtschaftsdaten ausfallen. Ein schwacher EU-Dienstleistungsindex und rückläufige Einzelhandelsumsätze dürften Rezessionssorgen verstärken und die am Nachmittag kommenden US-Daten liefern einen ersten Hinweis auf den am Freitag kommenden US-Arbeitsmarktbericht, der die deutliche Konjunkturabkühlung in den USA widerspiegeln sollte. Die Daten dürften dazu angetan sein, Rezessionssorgen zu verstärken und die Aktienmärkte zu belastend, was auch EUR/USD unter Druck bringen dürfte. Wir favorisieren daher am Mittwoch eine Shortposition bei einer Erholung in Richtung Tageshoch bei 1,2735. Den Stopp platzieren wir im Abstand von 35 Pips. Das erste Kursziel liegt bei 1,2650. Fällt EUR/USD hierunter, ergibt sich weiteres Abwärtspotenzial bis 1,2565, so dass sich dort auch eine prozyklische Shortposition anbietet.
 
Tomke Hansmann
FXdirekt Bank

FXdirekt Bank AG